Nasenarbeit bei Kälte – was ist sinnvoll, was nicht?
- Alpha Dog

- vor 20 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Sobald die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken, taucht regelmässig die Frage auf: Dürfen Hunde bei Kälte überhaupt noch Nasenarbeit machen?
Die kurze Antwort lautet:
➡️ Ja – aber nicht für alle gleich.
Dieser Artikel soll dir helfen, dich an deinem Hund zu orientieren – statt an allgemeinen Temperaturgrenzen.

Warum Kälte bei Nasenarbeit überhaupt ein Thema ist
Bei intensiver Nasenarbeit atmet der Hund sehr häufig und tief durch die Nase. Dabei wird kalte Luft direkt ins Körperinnere gezogen. Die Nase ist kein neutraler Kanal, sondern ein hoch durchblutetes Organ. Sie erwärmt, befeuchtet und filtert die Atemluft. Je kälter diese ist, desto mehr Körperwärme wird dafür benötigt – Wärme, die dem Körperkern verloren geht.
Es geht also um innere Auskühlung – nicht um Felldichte, Unterwolle oder frieren von aussen.
Warum oft bis ca. -5 °C als Grenze genannt wird
Diese Temperaturen sind kein biologisches Verbot, sondern ein praxisnaher Richtwert.
Ab diesem Bereich kann es – abhängig von Hund und Trainingsform – zu Folgendem kommen:
Auskühlung der Nasenschleimhäute
verminderte Durchblutung
erhöhte Reiz- oder Infektanfälligkeit
mentaler Leistungsabfall
Vor allem dann, wenn die Nasenarbeit lang, gleichförmig und hochpräzise ist. Adere Quellen wiederum besagen, dass auch Temperaturen bis -10 °C unproblematisch seien, z. B. wenn es windstill ist ... Du siehst, es ist so individuell, so schwierig und heikel zu definieren, wie analog im Sommer mit der Hitze.
Nasenarbeit ist nicht gleich Nasenarbeit
Der entscheidende Punkt ist nicht ob, sondern wie gesucht wird.
❄️ Eher kritisch bei Kälte:
langes Mantrailing ohne Pausen
sehr langsame, spurgetreue Arbeit
dauerhafte Nase-am-Boden-Arbeit
wenig Bewegung, hohe Konzentration über lange Zeit
🌤️ Meist gut verträglich – auch bei Minusgraden:
kurze Suchsequenzen
freie, intuitive Suche
pendelndes Arbeiten
Suchen in Bewegung
Dummy- oder Futtersuche integriert in einen Walk
Hier entsteht Eigenwärme und der Hund kann selbst regulieren, wie intensiv er die Nase einsetzt.

Warum Wölfe das ganze Jahr über suchen können
Wölfe kennen keine monotonen Trainingsformen.
Sie suchen:
nicht dauerhaft mit gleichbleibender Präzision
wechseln ständig zwischen Bewegung, Orientierung und Pause
erzeugen kontinuierlich Wärme durch Bewegung
➡️ Sie absolvieren keine langen, gleichförmigen Trainingssettings, man sie im Hundetraining oft kennt.
Woran du dich stattdessen orientieren solltest
Statt alleine auf die Wetter-App zu schauen, hilft es, den eigenen Hund zu lesen.
Achte nach Nasenarbeit bei Kälte auf:
schnelle Ermüdung
ungewöhnliche Unruhe oder «Wegkippen»
vermehrtes Lecken, Niesen, Kopfschütteln
verlangsamte Regeneration
Nachkühlen zuhause
➡️ Diese Signale sind relevanter als die Aussentemperatur allein.
Fazit
Nasenarbeit bei Kälte ist kein Tabu – sondern eine Typ- und Gestaltungsfrage.
Je länger, präziser und gleichförmiger die Aufgabe, desto mehr wird Vorsicht zur Pflicht. Je freier, bewegter und intuitiver sie gestaltet ist, desto besser kann der Hund sie auch im Winter kompensieren. Und logisch: ein Huskykörper geht mit Kälte biologisch gegeben anders um, als ein Basenji oder all die südlich geprägten Hundetypen ohne Unterwolle. Sehr junge, kleine, ältere oder kränkelnde Hunde vertragen generell weniger Stressoren, egal welcher Form – also auch Kälte.
Gesundheit und Sicherheit entsteht nicht durch starre Regelwerke, sondern durch Verständnis, individuelle Anpassung und Verantwortung.







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